Die Berufsunfähigkeit lauert leider öfter, als man denkt. So wird laut Statistik immer noch jeder unglückliche Vierte durch Krankheit oder Unfall invalide oder krankheitsbedingt nicht mehr einsetzbar. Eine Absicherung für den Ernstfall gibt es zwar auch vom Staat, aber diese Erwerbsminderungsrente beträgt, selbst im Idealfall, nur 38% des vorherigen Bruttogehalts.
Daher sollte man sich zusätzlich für eine private Berufsunfähigkeitsversicherung entscheiden. Hier liegen die Konditionen etwas besser, als bei der gesetzlichen Berufsunfähigkeitsversicherung. Darum entscheiden Sie sich früh, um die besten Konditionen heraushandeln zu können. Bei dem Vertragsabschluss einer BUV gibt es viele Optionen, die Sie beeinflussen können, um eine möglichst positive Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Hier gehen wir auf die einzelnen Aspekte eines Vertrages ein. Sie sollten aber generell bei der Leistungsdauer eine Zahlung bis zum 65. Lebensjahr (in manchen Fällen 67) veranschlagen, damit ein fließender Übergang zur gesetzlichen Altersrente möglich ist.
Wenn Sie einen Vertrag über eine Berufsunfähigkeitsversicherung gestalten, sollten Sie auf die Höhe der Dynamik achten. Diese dient dazu, das Inflationsrisiko auszugleichen. Der zu zahlende Beitrag erhöht sich dabei jedes Jahr ein wenig. Dementsprechend, wird auch die im Versicherungsfall zu zahlende Rente erhöht. Außerdem entfallen erneute Gesundheitsprüfungen.
Hier müssen Sie aufpassen: Bei der Karenzzeit handelt es sich um denjenigen Zeitraum, in dem bei eintretendem Versicherungsfall noch nicht gezahlt wird. Das bedeutet konkret, dass Sie bei festgestellter Berufsunfähigkeit, über den Karenzzeitraum keine Rente beziehen würden. Die Karenzzeit kann zwischen sechs und 24 Monaten betragen. Zwar kriegen Sie im Fall der Fälle anfangs noch kein Geld, Vorteile gibt es aber trotzdem. So drückt eine höhere Karenzzeit auch die zu zahlenden Beiträge entsprechend herunter.
Man denkt wahrscheinlich, bei beidem handele es sich um das Gleiche. Das stimmt aber nicht. Denn bei der Versicherungsdauer handelt es sich um die Zeit, in der ihr Anspruch auf Rentenzahlung weiter besteht, also der Vertrag noch gültig ist. Die Leistungsdauer bezieht sich auf das Alter, bis zu dem Zahlungen im Versicherungsfall geleistet werden müssen. Hier können Sie auch Beiträge sparen. Wenn Sie nämlich eine Versicherungsdauer bis zum 55. Lebensjahr abschließen, aber eine Leistungsdauer bis zum 65. Lebensjahr, werden Sie weniger Beitrag zahlen müssen. Denn Ihr Anspruch auf Rentenzahlung bis zum 65. Lebensjahr besteht in diesem Fall nur, wenn der Versicherungsfall bis zum 55. Lebensjahr eintritt.
Die Nachversicherung ist eine sehr wichtige Option, bei der Vertragsgestaltung. Man sollte nicht auf sie verzichten, denn mit ihr ist der Versicherer, bei einer Änderung Ihrer Lebensumstände (z.B. neuer Beruf, Heirat oder Vater-/Mutterschaft) verpflichtet, auch ohne eine weitere Gesundheitsprüfung die Versicherungssumme zu erhöhen.
Wenn Sie nach einem Unfall oder wegen einer Krankheit auf Berufsunfähigkeit geprüft werden, ist es bei einigen Versicherern üblich, die Beitragszahlungen zu stunden. Das bedeutet, dass Ihre weiteren Beitragszahlungen aufgeschoben werden bis ein Ergebnis vorliegt. Dies wird oft ohne Erhebung von Zinsen vorgenommen. Daran kann man zum Beispiel einen guten Anbieter erkennen.
Wie Sie sich sicher denken können, werden Ihre bezahlten Beiträge zur Kostendeckung der Versicherung verwendet. Falls jemand anders nun den Ernstfall erleidet, wird dessen Rente aus den bezahlten Beiträgen getragen. Bei diesem System kann es zu überschüssigem Geld kommen. Sie als Versicherungsnehmer können sich daran beteiligen lassen. Zum Einen können Sie eine Sofortverrechnung mit den Beiträgen vereinbaren, was sich in niedrigeren Beiträgen äußern würde. Zum Anderen können Sie auch eine Zahlung am Ende der Versicherungsdauer ausmachen.