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Wie unterscheidet sich die BUV bei den einzelnen Berufsgruppen?

Jeder vierte Arbeitnehmer in Deutschland wird berufsunfähig. Dies ergab eine alarmierende Statistik zum Thema Berufsunfähigkeit. Aus diesem Grund hat die Stiftung Warentest, in ihrem großen FINANZ-test, die Berufsunfähigkeitsversicherung zu einer der wichtigsten Versicherungen überhaupt erklärt.

Denn seit 2001 ist die neue gesetzliche Berufsunfähigkeitsversicherung in Kraft getreten. Für alle, die vor dem Jahr 1961 geboren wurden gilt noch die alte Regelung. Alle Nach-61er sind aber von der neuen Regelung betroffen. Diese besagt, dass man im Versicherungsfall höchstens 38% von dem vorherigen Bruttolohn erhält. Dies ist auch nur gegeben, wenn man nicht mehr als drei Stunden pro Tag arbeiten kann. Außerdem wird man zuvor geprüft, das heißt, sollte man auch nur ein wenig arbeiten können, egal wo, wird einem diese Stelle vermittelt.

Darum sollte man eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. Die Sozialleistungen, die man sowieso erhält, bleiben bestehen und man erhält von der Privaten noch ein Zusatzpolster. Da die privaten Krankenkassen natürlich auch abschätzen müssen, welches Risiko bei einer Versicherung für sie besteht, gibt es eine Menge Zulassungskriterien.

Versicherer teilen für gewöhnlich in vier Gruppierungen, also Risikoklassen ein. Bei manchen Anbietern findet man auch fünf von diesen Klassen. Dem Verständnis halber, werden wir hier vier Berufsgruppen zusammenstellen, so wie sie bei den meisten Versicherern vorhanden sind.

Gruppe 1: Büro-, Praxis- oder Kanzleitätigkeiten, vornehmlich sitzend

Zu diesen zählen auch akademische Berufe. Diese Klasse hat die niedrigsten Sicherheitsrisiken. Schließlich wird hier mehr geistig gearbeitet als körperlich. Zwar können natürlich auch in einer Praxis, zum Beispiel mit Chemikalien oder Bakterien, Unfälle passieren, dies ist aber nicht der Regelfall. Versicherer orientieren sich meistens an prozentualen und statistischen Werten. Und bei diesen schneiden die sitzenden Büro-, Praxis-, und Kanzleitätigkeiten nun mal am Besten ab. In so einem Beruf zu arbeiten ist also nicht nur schonender für den Körper, sondern auch für den Geldbeutel. Denn während die im Versicherungsfall ausgezahlte Summe bei allen Klassen individuell festgelegt werden kann, variiert die Höhe der Beiträge je nach Risikograd.

Gruppe 2: Berufe mit leichter körperlicher Tätigkeit

Hierzu gehören Berufe wie Kellner, Koch oder Tankwart. Man ist einer nicht allzu schweren körperlichen Belastung ausgesetzt. Natürlich kann es in Ausnahmefällen mal dazu kommen, dass man doch schwerer zu schleppen hat, doch die Regel ist relativ leichte Arbeit. Trotzdem werden diese Berufe eine Kategorie höher eingestuft, da das Risiko einer Berufsunfähigkeit natürlich gesteigert ist. Man ist ja schließlich auf einen gut funktionierenden Körper angewiesen. Dementsprechend werden die Beiträge hier auch etwas höher liegen.

Gruppe 3: Körperlicher Beruf mit mittlerer Belastung durch Heben/Tragen oder Zwangshaltung

Bei dieser Gruppe handelt es sich um Leute, die zum Beispiel in Stahlbauwerken, bei der Automontage oder der Armee arbeiten. Man hat zwar eine durchaus ernstzunehmende tägliche Belastung, doch es geht durchaus noch eine Stufe härter. Die Zwangshaltung bezeichnet hier eine bei der Arbeit einzunehmende Haltung, wie zum Beispiel das Stramm-Stehen bei der Bundeswehr. Auch hier wieder höhere Beiträge.

Gruppe 4: Berufe mit starker körperlicher Belastung und/oder einem gefährlichen Arbeitsfeld

Hier ist von starker körperlicher Belastung die Rede. Zugehörig sind Landschaftsgärtner, einige Bauarbeiter, Elektriker im Bahntunnel und Ähnliches. Generell ist hier alles zugehörig, was gefährlich und/oder äußerst belastend ist. Neben den höchsten Beiträgen wegen Gefahrenzulage, kommt hier dazu, dass einige Anbieter keine Versicherung zulassen werden. Das Risiko wäre für den Versicherer zu hoch. Dies kann aber natürlich nicht in jedem Fall vorhergesagt werden.

Diese Einteilung ist zwar üblich, sollte aber nicht zu streng genommen werden. Erstmal gibt es, wie gesagt, von Anbieter zu Anbieter, andere Risikoklassen und außerdem sind die Übergänge teilweise fließend.