Eine Berufsunfähigkeitsversicherung braucht jeder, ob nun Schreibtischtäter oder Bauarbeiter. Durch einen Unfall kann es ganz schnell passieren, dass man erwerbsunfähig oder eingeschränkt erwerbsfähig wird. In diesen Fällen ist es immer gut, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen zu haben. Denn die gesetzliche Erwerbsminderungsrente reicht mit ihren durchschnittlichen 800-900 Euro monatlich nicht aus, besonders im Falle von Familien. Daher sollte man sich früh über die verschiedenen Angebote der privaten Berufsunfähigkeitsversicherungen informieren, um ein zusätzliches Polster zu haben.
Mit einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung erhalten Sie also zusätzlich noch eine weitere Rente. Die Höhe, sowie auch die Länge der monatlichen Zahlungen, wird bei Vertragsabschluss vereinbart. Die Zahlungen erhalten Sie, wenn Sie der Berufsunfähigkeitsdefinition entsprechen. Laut dieser sind sie erwerbsunfähig, wenn Sie infolge einer Krankheit, Körperverletzung oder eines Kräfteverfalls mehr als sechs Monate außer Gefecht gesetzt sind. Hier gibt es allerdings verschiedene Definitionen, je nach Versicherungsunternehmen.
Was das Alter im Speziellen angeht, so können Sie für gewöhnlich bis zum 65., manchmal bis zum 67. Lebensjahr ihre Berufsunfähigkeitsrente beziehen. Dies bezieht sich auf die Regelung der Gesetzlichen Rentenversicherung, dass man mindestens bis zu diesem Alter arbeiten muss, um die gesetzliche Rente zu erhalten.
Man kann die Versicherungsdauer auch getrennt von der Leistungsdauer vereinbaren. So kann man zum Beispiel eine Leistungsdauer bis zum 65. Lebensjahr vereinbaren, aber die Versicherungsdauer nur bis zum 45. Lebensjahr veranschlagen. So würde man, vorausgesetzt man wird bis zum 45. Lebensjahr berufsunfähig, eine Rente bis zum 65. Lebensjahr beziehen.
Ein weiterer Vorteil der Berufsunfähigkeitsversicherung ist die Zahlungsvoraussetzung. Während bei einer normalen Unfallversicherung nur im Falle eines Unfalls gezahlt werden würde, geschieht dies bei einer BUV auch im chronischen Krankheitsfall. Zudem wird man bei anerkannter Berufsunfähigkeit auch von der weiteren Beitragszahlung befreit.
Auch der Grad der Behinderung kann über die Höhe ihrer Rente entscheiden. So gibt es bei manchen Anbietern eine Staffelregelung. Laut dieser wird eine anteilige Rente gezahlt, wenn eine Behinderung von mehr als 25% vorhanden ist. Sollte sich der Zustand auf über 75% verschlimmern, erhält man den vollen Satz.
Nachteilig kann diese Regelung sein, wenn man über 50- aber unter 75% behindert ist. In diesem Fall würde man bei einer normalen Berufsunfähigkeitsversicherung den vollen Satz erhalten, bei der gestaffelten nur den anteiligen.
Ein großer Vorteil von privaten Berufsunfähigkeitsversicherungen ist auch, dass diese bereits zahlen, wenn Sie in ihrem eigenen Beruf nicht mehr einsetzbar sind. Bei der normalen gesetzlichen Krankenversicherung würden die Agentur für Arbeit erst einmal versuchen, Sie zu vermitteln. Oft in Berufe, die mit ihrem alten nichts mehr gemein haben und meist auch schlechter bezahlt sind. So kann es schon vorkommen, dass der vorige Mediziner als Parkwächter arbeitet.
Die Berufsunfähigkeitsversicherung kann man auch in einem Kombi-Vertrag abschließen. Bei diesem schließt man, zusätzlich zur Berufsunfähigkeitsversicherung, noch eine Kapital- oder Risikolebensversicherung ab. Außerdem möglich ist auch der zusätzliche Abschluss einer staatlich geförderten, privaten Rentenversicherung, auch bekannt als Riester-Rente oder einer betrieblichen Altersvorsorge.
Bei dieser Variante erhalten Sie nach Ablauf der Kapitallebensversicherung zusätzlich noch eine hohe Einmalzahlung. Und natürlich ist diese Variante, wie auch bei der normalen Lebensversicherung, im Falle einer Familie zu empfehlen, da diese im Todesfall die Summe ausbezahlt kriegen würde.