Jeder, der heutzutage arbeitet, wird um eine Berufsunfähigkeitsversicherung nicht mehr herum kommen. Denn laut Statistik muss jeder vierte Deutsche behinderungs- oder krankheitsbedingt aus dem Erwerbsverhältnis permanent austreten.
Die seit 2001 gültige gesetzliche Erwerbsminderungsrente reicht bei weitem nicht aus, um eine vollständige Versorgung zu garantieren. Sie beträgt im Höchstfall gerade mal 38% des ehemaligen Bruttoeinkommens und reicht damit hinten und vorne nicht. Die gesetzliche Rentenversicherung zahlt auch nur, wenn man absolut, in wirklich keinem anderen Beruf mehr einsetzbar ist. Das heißt, selbst als ehemaliger Top-Chirurg kann mal bei einer Nachtwächterstelle enden.
Um in eine private Berufsunfähigkeitsversicherung eintreten zu können, müssen gewisse Voraussetzungen erfüllt werden. Meistens sind dies Dinge, für die man nichts kann, wie Alter und Geschlecht. Diese Voraussetzungen stehen auch Pate bei der Berechnung der Beiträge für die Berufsunfähigkeitsversicherung, um die es in dieser Rubrik geht:
Es ist klar, dass nicht jeder in der heutigen Zeit aufgewachsen ist. Und während vor dem Jahr 2001 noch eine akzeptable Berufsunfähigkeitsrente gezahlt wurde, hat man heute das Nachsehen. Wer heute schon älter ist und sich trotzdem noch für eine Berufsunfähigkeitsversicherung entscheidet, kann oft Pech haben. Denn es ist klar, dass das Unfall- und Krankheitsrisiko mit jedem dazugekommenen Jahr steigt.
Viele Versicherer versuchen, möglichst junge Kunden zu werben, da diese ein geringeres Krankheitsrisiko mitbringen. Für gewöhnlich sind diese dann in der Lage, länger Beiträge zu zahlen, bevor der Versicherungsfall eintritt. Aus diesem Grund sollte man sich tatsächlich sehr früh entscheiden, da die Beiträge mit jedem Jahr steigen.
Natürlich spielt auch der Gesundheitszustand eine große Rolle bei der Beitragsbildung. Wenn Sie schon hunderte Verletzungen gehabt haben und/oder über längere Zeit öfter krank waren, dann steigen die Beiträge natürlich. Denn in solchen Fällen werden meist Risikozuschläge veranschlagt. Trotzdem sollten Sie alles angeben, was Sie hatten oder haben. Dazu gehören auch Ihre Hobbys, denn bei Extremsportarten wird auch eine Risikozulage fällig.
Auch ihr Beruf kann ausschlaggebend sein. Je nach Versicherer wird nämlich in verschiedene Risikoklassen eingeteilt. Welche das sein können soll hier an einem Beispiel eines Versicherers gezeigt werden:
Das Geschlecht wirkt sich ebenso beeinflussend auf die Beitragshöhe aus. Statistiken besagen nämlich unterschiedliche Risikograde für Männer und Frauen.
Wie man sich denken kann, wirkt sich auch die Dauer der Versicherung auf die Höhe der Beiträge aus. Man muss hier aber zwischen Leistungsdauer und Versicherungsdauer differenzieren. Denn man kann je nach Versicherer für beide eine getrennte Vereinbarung schaffen. Veranschlagt man nämlich eine Versicherungsdauer, bis zum 55. Lebensjahr, aber eine Leistungsdauer bis zum 65., so erhält man, bei Versicherungsfall vor dem 55. Lebensjahr, noch bis zum 65. Lebensjahr Rente. Diese Trennung wirkt sich begünstigend auf die Beiträge aus.
Da bei einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung, die später eventuell gezahlten Renten vorher festgelegt werden, ist es verständlich, dass mit einem höheren Rentenbetrag auch höhere Beiträge einhergehen.